panta rhei  - Momentaufnahmen eines flüchtigen Zustands

Ein Kunstprojekt zum Mitgestalten

Ein halbes Jahr lang war ich im Landschaftspark Mechtenberg/ Halde Rheinelbe unterwegs, um zu fotografieren, filmen und malen. Im Mai 2022 übergab ich mein Projekt anlässlich der Ausstellung dieser Arbeiten der Öffentlichkeit, verbunden mit dem Aufruf zum Mitmachen und Mitgestalten.

Alle Besucher des Spielgebietes waren dazu aufgerufen, ihre persönlichen fotografischen Eindrücke beizusteuern.
Die Aufnahmen sollten im Spielgebiet entstanden sein und konnten von 1.Mai bis 31. Oktober auf Instagram mit dem Hashtag #pantarheinrw hochgeladen werden. So entstand ein ein temporärer Dialog zwischen meinen monochromen Winterbildern und den farbenfrohen Fotografien der Mitgestaltenden, die bis zum 31.10.2022 auf der Website pantarhei.nrw zu sehen waren, dem Tag, an dem das Projekt endete.

Dokumentation der Website pantarhei.nrw

Von November bis April war ich mit einer analogen Mittelformat- und einer Super 8-Kamera im Landschaftspark unterwegs und habe der Plastizität und der Vielfältigkeit der Strukturen dieser Landschaft nachgespürt. Entstanden sind dabei kontrastreiche Aufnahmen und eine Videoarbeit, alle in schwarz-weiß. Anschließend habe ich meine Eindrücke mit japanischer Tusche auf Papier festgehalten. 
Mit der Ausstellung dieser Arbeiten, die am 7. Mai in der Künstlersiedlung Halfmannshof eröffnet wurde, übergab ich mein Projekt für ein weiteres halbes Jahr an alle fotobegeisterten Besucher des Landschaftsparks mit der Bitte, ihre persönlichen Eindrücke, Lieblingsorte oder Stimmungen zu fotografieren und dem Projekt hinzuzufügen. Möglich gemacht wurde dies durch eine spezielle Website und einen Instagram Hashtag. 
Entstanden ist auf diese Weise eine temporäre Variation von Eindrücken aus dem Landschaftspark, die nach einem Jahr Laufzeit eine Brücke schlug von meinen kontrastreichen schwarz-weißen Winterbildern hin zu den fröhlich-farbigen Frühjahrs- und Sommerbildern der Besucher dieses beliebten Naherholungsgebietes.

Im Städtedreieck von Gelsenkirchen, Essen und Bochum liegt der Landschaftspark Mechtenberg / Halde Rheinelbe, eine ungewöhnliche Mischung aus naturbelassenem Industriewald auf altem angelegter Parklandschaft und in Renaturierung befindlichen Zuflüssen der Emscher. Diese Landschaft steht wie kaum etwas anderes für das ewige Wandeln und Werden dieser Region.

Die Kulturlandschaft Mechtenberg/ Halde Rheinelbe ist Teil des Emscher Landschaftsparks und steht für den Strukturwandel des Ruhrgebiets, da sie selbst stetigen Veränderungen ausgesetzt war und ist. Zwischen dem aus eiszeitlichem Ruhrschotter entstandenen 80 Meter hohen Mechtenberg und der Halde Rheinelbe wurde auf renaturiertem Altlastendeponiegelände ein Park angelegt, in dem landwirtschaftlich genutzte Flächen und industriell veränderte Landschaften eng beieinander liegen. Streuobstwiesen, Ackerflächen, Alleen und Wäldchen am Mechtenberg treffen auf den naturbelassenen, auf Bergematerial entstandenen Industriewald rund um die 85 Meter hohe Halde Rheinelbe. Durchzogen wird der Landschaftspark von verschiedenen Bächen, die bis dato zum kanalisierten offenen Abwassersystem des Ruhrgebietes gehören, das sich derzeit in Renaturierung befindet. Der letzte unterirdische Kanalabschnitt wurde kürzlich eröffnet und läutete damit ein neues Zeitalter und einen weiteren Abschnitt im Wandel dieses Gebietes ein. Der Landschaftspark dient nicht nur der Freizeitgestaltung, sondern auch als Luftaustauschraum und Kaltluftentstehungsgebiet für die angrenzenden Städte und erfüllt damit eine klimaökologische Funktion.

Fotografiert habe ich analog auf Filmmaterial aus handgeschöpftem japanischen Washi Papier. Die Negative wurden in der Dunkelkammer bei Rotlicht auf Sicht entwickelt, anschließend eingescannt und weiterverarbeitet. Gefilmt habe ich auf Super 8 Material, gemalt mit japanischer Tusche.

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